DIE LINKE für eine wohnortnahe Gesundheitsvorsorge fest in Händen der Allgemeinheit

Ansbach - Der Kreisverband der Partei DIE LINKE Weißenburg-Gunzenhausen/Ansbach kritisiert die Grabenkämpfe innerhalb der CSU auf dem Rücken der Bevölkerung und die vorübergehende Schließung des Feuchtwanger Krankenhauses.
Mit Kopfschütteln quittiert der Kreisverband der Partei DIE LINKE Weißenburg-Gunzenhausen/Ansbach, die bisherige Ansbacher Kreispolitik um das Feuchtwanger Klinikum und unterstreicht in einer Pressemitteilung nun ihre Auffassung, wonach Feuchtwangen für eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung fest in Händen der Allgemeinheit bleiben muss. Die Linken ärgere das für die Menschen undurchsichtige Handeln der im Kreistag vertretenen Parteien.
„Hier werden zentrale Interessen der Bevölkerung zum Spielball parteiinterner Grabenkämpfe, die dem Steuerzahler Millionen kosten!“, so der für den Landkreis Ansbach zuständige Kreissprecher, Peter Gramm aus Burgoberbach.
Schließung war eine „abgemachte Sache“
Kreisvorstandsmitglied Kerstin Kernstock aus Ansbach ergänzt: „Die Schließung des Feuchtwanger Krankenhauses war von vorne herein eine abgemachte Sache. Der politische Wille diese Klinik zu erhalten war nie vorhanden. Die erneute „vorübergehende“ Schließung bedeute auch einen beabsichtigten Vorgriff auf die Zukunft des Hauses. Ist ein solches Krankenhaus erst einmal geschlossen, wird bereits ein Großteil nicht nur der medizinischen Infrastruktur zerschlagen. Das finanzielle Defizit der Klinik sei nicht der Wiedereröffnung des Krankenhauses geschuldet, sondern der damaligen Entscheidung des Verwaltungsrates, die Klinik zu schließen. Dadurch wurde das jetzt extrem hohe Defizit der Klinik geradezu provoziert, um ein weiters Argument für die endgültige Schließung des Krankenhauses in der Hand zu haben. Jetzt mache man diesen „Running Gag“ schon wieder, in der Erwartung, dass die Öffentlichkeit ein zweites Mal auf diesen billigen Trick hereinfällt.
Mehr Zusammenarbeit mit Stadt Ansbach und Bezirk gefordert
Der Bezirksrat der Linken, Uwe Schildbach, verweist auf die Fachorientierung Geriatrie für Feuchtwangen hin. Hier gäbe es z.B. am Ansbacher Bezirksklinikum ein großes Maß an jahrzehntelanger Fachkompetenz. Diese Kompetenz der „kommunalen Familie“ gilt es zu nutzen, anstatt private Anbieter mit ins Boot zu holen. Angesichts der demografischen Entwicklung, wäre dies auch eine sinnvolle Investition für unsere Region. Nicht nur die Region Feuchtwangen würde davon profitieren. Aus diesem Grund solle man auch den Bezirk Mittelfranken mit in die Pflicht nehmen. Der demografische Faktor mache diese medizinische Nische der Hilfe zur Selbsthilfe im Alter für die Zukunft immer wichtiger. „Herr Schwemmbauer dürfe dabei auch gerne an seine eigene Zukunft denken“, betont Schildbach.
Die kreisfreie Stadt Ansbach hat wiederholt helfende Hände ausgestreckt. Auch in dieser Hinsicht glänzt der Kreis durch Unverbindlichkeit und Ziellosigkeit. Fest steht, dass die Kreisbürger in Folge der Stellvertreterduelle in den Hinterzimmern der Verwaltungsräte zunehmend das Vertrauen in die etablierte Parteienlandschaft des Kreistags verlieren. „Transparenz und Bürgernähe sieht anders aus“, konstatiert Erkan Dinar, Landesvorstandsmitglied DIE LINKE Bayern.
Gesundheitsversorgung ist Aufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge
Nicht verhandelbar ist für die DIE LINKE der Erhalt der Gesundheitsversorgung in Händen der Allgemeinheit: „Feuchtwangen dürfe keinesfalls zum Einfallstor für rein dem Profit verschriebenen Kapitalgesellschaften sein. Gebot der Stunde sei es nun, ohne Ansehen von Personen und Parteien, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, um mit dem Erhalt der Klinik Feuchtwangen ein deutliches Signal für die wohnortnahe Versorgung, für eine qualitativ hochwertige und fachübergreifende Versorgung und für ein soziales Gesundheitssystem, wie es die Satzung der in Gründung befindlichen Betriebsführungsgesellschaft zwischen Klinikum Ansbach und Westschiene fordert, zu senden.
zitroneneis - 20. Jan, 00:19